Positives Denken

Der gesunde Kranke

Positives Denken

Zuerst möchte ich sagen, dass ich NICHT glaube, dass positives Denken alleine Krebs heilen kann. Das Leben ist schließlich kein Wunschbrunnen. ABER ich bin davon überzeugt, dass eine positive Einstellung die Voraussetzung für einen guten Krankheitsverlauf ist. Auch wenn sich die Überlebenszeit nicht erhöhen würde hat man die verbleibende Zeit wenigstens glücklicher und zufriedener gelebt.

 

Den eigenen Körper motivieren

 

Unser Körper besteht aus jeder Menge Zellen. Jede Zelle erfüllt eine Aufgabe (außer natürlich Krebszellen) die der Erhaltung unseres Lebens und unserer Gesundheit dient. Ich stelle mir das wie eine gut organisierte Truppe Arbeiter und Soldaten vor. Unsere Emotionen haben einen großen Einfluss darauf, wie unsere Zellen arbeiten. Viele Krankheiten gelten auch als psychosomatisch (körperliche Beschwerden, die von der Psyche ausgelöst werden). Bluthochdruck, Migräne und eine höhere Infektanfälligkeit sind nur einige Beispiele die oft einen psychosomatischen Ursprung haben. Unser Körper reagiert also stark auf unsere Emotionen. Wenn wir also glauben alles sei Hoffnungslos und wir sterben sowieso bald fragen sich unsere Zellen, warum sie überhaupt etwas unternehmen sollten. Ein Beispiel: Stellt euch vor ihr habt ein eigenes Haus. Dieses Haus wird nächste Woche abgerissen. Würdet ihr nochmal neu renovieren? Ich denke nicht. Wir müssen unsere Zellen schon motivieren, damit sie den schlechten Zellen so gut es geht die Stirn bieten.

 

Der Placebo-Effekt

 

Dass es den Placebo-Effekt gibt streiten auch Schulmediziner nicht mehr ab. Medikamente werden sogar mit Placebos auf ihre Wirksamkeit getestet. Personengruppen mit den selben Beschwerden werden in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe bekommt das neue Medikament, die andere nur das Placebo. Die Tatsache, dass es bei der Placebogruppe auch oft eine Besserung gibt spricht ganz deutlich für den Placeboeffekt. Aber auch bei Scheinoperationen wurden schon Erfolge festgestellt. So wurde Patienten, die eine Knie-OP bekommen sollten nur ein oberflächlicher Schnitt verpasst. Diese gingen natürlich von einer RICHTIGEN Operation aus. Die Heilungserfolge waren genauso gut wie bei den "richtig" Operierten.

Es wurde auch festgestellt, dass Medikamente besser wirken, wenn der Patient glaubt sie seien teurer oder dem Patient gesagt wird es sei ein ganz neues und besseres Medikament.

 

Der böse Zwilling: Nocebo

 

Viel wichtiger als den Placebo-Effekt finde ich aber seinen bösen Bruder Nocebo. Der Nocebo-Effekt ist das, was passiert wenn man sich die Nebenwirkungen eines Medikaments zu gründlich durchliest. Genau dann treten diese nämlich erst auf. In einer Studie hat man das sehr deutlich feststellen können. Nur ging es dabei gar nicht um den Placebo/Nocebo-Effekt. Ein Patient aus einer Studie zu einem neuen Medikament hatte starke Depressionen und wollte sich das Leben nehmen. Er nahm die Dosis seines Medikaments für den gesammten Studienzeitraum und wäre fast gestorben. Er hatte die typischen Symptome einer Überdosis. Erst als er erfuhr, dass er in der Placebogruppe war liesen die Symptome nach. Selbstmord mit Nichts? Das scheint zu funktionieren, denn in den USA wurde wohl schon jemand mit einer Placebo-Giftspritze hingerichtet.

Gerade bei Krebs kann Nocebo sein Unheil treiben. Meist wird nur von einer Lebensverlängerung gesprochen und es werden sehr bescheidene Prognosen gegeben. Ärzte geben meist nur wenig oder gar keine Hoffnung auf Heilung oder sagen dem Patienten "noch HÖCHSTENS 6 Monate". Auch zu den Behandlungen gibt es zahlreiche Horrorgeschichten. Natürlich haben diese ihre Nebenwirkungen und sind teilweise hart, aber müssen wir diese noch verstärken und Heilerfolge mindern indem wir uns zusätzlich Angst machen? Ich für meinen Teil habe mir während der Bestrahlung vorgestellt wie eine Strahlenkanone auf den Tumor schießt und ihn zerstört, während die Strahlen von den gesunden Zellen einfach abprallten. Mir ging es während und nach der Bestrahlung immer bestens.

 

"Nichts ist so schlecht, dass es auch sein Gutes hat"

 

Vielleicht habt ihr auch schon einmal gehört, dass man an allem auch etwas positives sehen soll. Und da stimme ich voll und ganz zu. Nur was soll positiv daran sein Krebs zu bekommen? Ich für meinen Teil habe viel positives gefunden.

Ich lebe jetzt viel bewusster und genieße auch ganz einfache Dinge viel mehr als früher.

Ich bin mir bewusst darüber geworden, wie kostbar das Leben ist und, dass es jeden Moment zu Ende sein könnte. Viele Menschen werden nicht mal Volljährig, obwohl sie immer gesund waren. Ein dummer Unfall genügt und es ist aus. So habe ich in letzter Zeit von so vielen Unfällen gehört bei denen Menschen gestorben sind, die jünger und gesünder waren als ich.

Ich weis mitlerweile auch mehr zu schätzen, wie lebenswert mein Leben bisher war, obwohl ich bei weitem nicht mit dem goldenen Löffel zur Welt kam. Mir war kurz nach der Diagnose schon klar, dass ich mit meinen damals 24 Jahren ein schöneres und lebenswerteres Leben hatte als die meisten 100-Jährigen.

Ich befasse mich nun auch mehr damit wie ich meine Gesundheit und mein Wohlbefinden verbessern kann und habe sogar ein Fernstudium zum Ernährungsberater begonnen. Da dies ein Schritt für die Zukunft war habe ich meinem Körper das Signal gegeben, dass es weiter geht.

 

 

 

 

Hier noch ein paar Quellenangaben:

 

http://www.therapieweb.de/therapie_bs_psychosomatische_erkrankungen.htm

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/bstuecke/65381/index.html

http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/nocebo-falsche-arzt-sprueche-koennen-krank-machen-a-847838.html

Buch: Prognose Hoffnung

Buch: Wieder gesund werden