Die richtigen Fette

Der gesunde Kranke

 

Die richtigen Fette

 

In den Medien hört und liest man ständig, dass viele Krankheiten darauf zurückzuführen sind, dass wir zu viel Fett zu uns nehmen. Das ist aber nur zum Teil richtig. Schlimmer als der hohe Fettanteil in unserer Ernährung ist, WELCHE Fette wir in welchem Verhältnis zu uns nehmen.

So werden in den Industrieländern (wozu wir auch gehören) hauptsächlich gesättigte Fettsäuren gegessen. Diese finden sich haupsächlich in tierischen Produkten und gelten für uns nicht als essenziel. Wir könnten also auf sie verzichten.

 

 

 

"Böse" Fette

 

Der hohe Konsum von gesättigten Fetten wirkt sich auf verschiedene Weisen negativ auf unsere Gesundheit aus. Entzündungen sowie Herz-Kreislauferkrankungen werden gefördert.

Noch schlimmer sind aber die sogenannten Transfette. Transfette kommen in der Natur so gut wie gar nicht vor. Sie entstehen z.B. wenn ungesättigte Fette gehärtet werden. Ein gutes Beispiel dafür ist Magarine. Aber auch durch zu starkes Erhitzen wie z.B. Frittieren oder zu intensives Braten können diese Fettsäuren entstehen. Auch in vielen Backwaren sind diese "bösen" Fette versteckt. Generell vermeiden würde ich Soßenpulver, da diese meist auch Transfette enthalten, sowie zahlreiche Stoffe, die eher in ein Chemielabor gehören als in unseren Magen. Der beste Weg um Transfette zu vermeiden ist z.B. bei den Zutaten zu schauen ob dort "gehärtetes Fett" oder "teilgehärtetes Fett" zu finden ist. Beim Braten oder frittieren sollte man darauf achten, dass man Öle benutzt, die hitzebeständig sind. Ein gutes Öl zum Braten wäre Rapsöl. Frittierte Gerichte oder Backwaren sollten am Besten nur selten gegessen werden. Komplett verzichten muss man natürlich nicht, aber deutlich einschränken.

Transfette behindern unter anderem die Zellatmung. In den 20er Jahren fand Nobelpreisträger Otto Warburg schon heraus, dass bei Krebs die Zellatmung gestört ist. Diese These wurde bisher weder bestätigt, noch widerlegt. Den möglichen Zusammenhang von Krebs und Transfetten sollte somit jeder erkennen.

 

 

"Gute" Fette

 

Dass Omega 3 Fettsäuren gut für unsere Gesundheit sind hört man oft. Aber woran liegt das eigentlich? Ich schätze der größte Nutzen aus Omega 3 Fettsäuren liegt daran, dass Entzündungsprozesse im Körper gehemmt werden. Chronische Entzündungen sollen bei vielen Zivisilationskrankheiten beteidigt sein. Darunter zählen Herzbeschwerden, Athritis und sogar Alzheimer. Bei Krebs vermutet man ebenfalls, dass Entzündungsprozesse im Körper eine Rolle spielen. Wieviel Einfluss diese chronischen Entzündungen auf die einzelnen Erkrankungen haben ist zwar noch nicht ganz klar, aber dass chronische Entzündungen sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken liegt doch recht nahe.

 

 

 

Auf das Verhältnis kommt es an

 

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten die aufgenommenen Fette aus je 1/3 gesättigten Fetten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Gesättigte Fette finden wir hauptsächlich in tierischen Produkten. Sie sind für uns nicht essenziel, da unser Körper diese selbst produzieren kann. Wir KÖNNTEN also auch auf sie verzichten, dennoch kann unser Körper diese auch gebrauchen. Die Empfehlung für gesättigte Fettsäuren (1/3) würde ich deshalb als obere Grenze sehen. Eine zu hohe Zufuhr soll das Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes Typ 2 und natürlich Krebs erhöhen.

Einfach ungesättigte Fettsäuren (auch Omega 9 genannt) findet man in Olivenöl, Rapsöl, Avocados und Mandeln. Sie sollten mindestens 1/3 der Fettzufuhr ausmachen.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren nennt man auch Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Auch hier ist wieder das Verhältnis wichtig. Laut Empfehlung soll das Verhältnis Omega 3/Omega 6 nicht höher sein als 1/5. Die Empfehlung fällt wohl nur so stark zugunsten des Omega 6 aus, weil bei unserer heutigen Ernährungsweise es schwierig (aber durchaus machbar) wäre mehr Omega 3 aufzunehmen. Leider ist das tatsächliche Verhältnis in den Industrieländern etwa bei 1/10. Als wir noch Jäger und Sammler waren war das Verhältnis noch 1/1-2. Bei den Japanern sieht die Empfehlung noch etwa so aus.

 

 

 

Omega 3 gegen Omega 6

 

Das Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 halte ich für sehr wichtig. Die Empfehlung beinhaltet extra so viel Omega 6, weil es für den "Normalo" unmöglich ist ein besseres Verhätnis zu erreichen, wenn er seine Ernährung nicht komplett umstellt. Ich halte ein Verhältnis von 1-2, wie es in Japan empfohlen wird für sinnvoll. Jedoch sollte man es auch hier nicht übertreiben! Jedes Übermaß ist schädlich und wer denkt durch massiven Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln sich etwas Gutes zu tun irrt. Auch ein Überschuss an Omega 3 kann gesundheitliche Probleme mit sich bringen.

 

 

 

Die Aufgaben der "Omegas"

 

Omega 3 und Omega 6 sind beide für gewisse Prozesse in unserem Körper verantwortlich. Omega 3 hemmt Entzündungsprozesse in unserem Körper und Omega 6 fördert diese. Deshalb sollten diese beiden Prozesse im Gleichgewicht sein, denn auch Entzündungsprozesse sind für uns in gewissem Maß wichtig. Sie setzen Prozesse in Gang, die z.B. Krankheitserreger bekämpfen. Finden aber ständig in unserem Körper Entzündungsprozesse statt ist das für unsere Gesundheit sicher nicht zuträglich. Ich vergleiche das immer gerne mit Säuren und Laugen. Bei einer Badewanne voller Säure wäre es sinnvoll genauso viel Lauge hinzuzufügen, damit die Flüssigkeit neutral wird. Geben wir mehr Lauge als Säure dazu, so wäre es auch keine gute Idee darin zu baden. Wir dürfen also auch nicht denken, es sei gesund unseren Körper mit Omega 3 zu überschwemmen. Wenn man auf NATÜRLICHEM Weg einfach mehr Omega 3 in die Ernährung einbaut bekommt man ein gutes Verhältnis hin ohne Angst vor einer Überdosierung haben zu müssen.

 

 

 

Wo bekommen wir Omega 3 her?

 

Viele kennen als Quelle für Omega 3 nur Fisch. Aber da gibt es noch mehr. Fisch ist zwar eine gute Quelle, aber auch Veganer können problemlos genug Omega 3 bekommen. Meine Lieblingsquellen sind Leinöl und Leinsamen. Das Leinöl schmeckt super zu Salaten und man kann es auch zum Quark mischen. Leinsamen passen natürlich super ins Müsli. Beides kaufe ich als Bio-Produkt im Reformhaus oder in der Drogerie. Auch frische Walnüsse liefern reichlich Omega 3. Omega 6 kommt hauptsächlich in Sonnenblumenöl und Getreide vor. Da wir sehr viel Brot und sonstige Weizenprodukte zu uns nehmen und meistens Öl und Magarine auf Sonneblumenkernbasis verwenden ist eine überhöhte Aufnahme vorprogrammiert.

 

 

 

Gut fürs Tier ---> gut für uns

 

Zwar stehen Bio-Produkte oft in der Kritik und es gibt sicherlich viele schwarze Schafe, aber besonders bei tierischen Lebensmitteln können wir etwas für unsere Gesundheit tun. Werden Tiere hauptsächlich mit ihrer natürlichen Nahrung gefüttert so haben ihre Produkte (Fleisch, Milch, Eier) ein für uns günstigeres Fettsäurenverhältnis. Was ins Tier reinkommt nehmen wir natürlich über die Nahrung auf. Das gilt auch für Medikamente, Wachstumshormone und Co.

 

 

 

Zusammenfassung

 

Eine günstige Fettverteilung wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf unsere Gesundheit aus. Viele unserer Zivilisationskrankheiten sollen durch die falsche Fettverteilung gefördert werden. Die "richtigen" Fette sollen diesen Krankheiten entgegen wirken. Auch bei Krebs ist eine poitive Wirkung im Gespräch. Wie sehr sich Omega 3 Fette auf Tumore auswirken ist noch nicht so genau erforscht, aber klar ist, dass wir deutlich zu wenig davon zu uns nehmen. Natürlich wäre es fatal zu glauben durch ein Übermaß an Omega 3 (durch Nahrungsergänzungsmittel) etwas Gutes für sich zu tun.