Sport

Der gesunde Kranke

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Damals und heute

 

Wer hätte damals gedacht, dass Sport mal so ein wichtiger Teil meines Lebens wird? Bis zu meinem 18. Lebensjahr hatte ich nämlich gar nichts mit Sport zu tun. Mein Leben bestand damals wohl eher aus Fernsehen, Fast Food und Alkohol.

Erst als ich mit 18 Jahren angefangen habe Kampfsport zu betreiben hat sich auch mein Lebensstil zunehmend geändert. Es wurde 4 Mal die Woche trainiert und der Alkoholkonsum ging immer weiter zurück. Die Ernährung wurde aber leider erst etwas später umgestellt.

Aus schwabbeligen 107kg wurden recht sportliche 84kg. Wer den Unterschied sehen möchte klickt hier.

Der Wille zu kämpfen

Aber die Gewichtsreduktion war nicht der größte Vorteil, den mir die neu entdeckte Sportlichkeit gebracht hat. Viel wichtiger war das neue Lebensgefühl und Selbstbewusstsein. Aber vor allem der Wille zu kämpfen! Besonders im Kampfsport lernt man regelmäßig an seine eigenen Grenzen zu gehen um diese zu erweitern. Der richtige Trainer ist da natürlich Voraussetzung. Und ich würde sagen ich habe dafür genau die richtigen :-)

Ich denke ohne die körperliche und mentale Abhärtung würde es mir nach so einer Diagnose nicht so gut gehen.

 

Welche Vorteile bringt der Sport bei Krebs?

 

Sport nach (oder wenn möglich schon während) einer Krebsbehandlung birgt viele Vorteile. So verbessert Sport sofern man es nicht übertreibt und genügend Regenerationsphasen hat die allgemeine Gesundheit. Der Sauerstofftransport durch das Blut wird besser und der Körper besser damit versorgt. Nobelpreisträger Dr. Otto Warburg meinte damals, dass eine verminderte Sauerstoffkonzentration in der Körperzelle eine der Hauptursachen für Krebs sei. Meines Wissens wurde das weder bewiesen, noch widerlegt. Also kann es uns wohl nicht schaden mehr Sauerstoff durch unseren Körper zu pumpen.

Ärzte gehen auch davon aus, dass Sport "nach" dem Krebs die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls verringert. Jedoch ist ein "Schutz" vor Rückfällen nocht nicht sicher belegt. Da es uns aber sowieso gut tut lohnt sich der Versuch mit Sport dem Rezidiv zu entgehen.

 

Sport bietet aber auch noch weitere Vorteile.

 

Man gewinnt wieder Vertrauen in den eigenen Körper. Hier ein Beispiel: Mein Tumor lag nahe am Bewegungszentrum und daran wurde herumgeschnitten. In meinem Training sind Gleichgewicht und Koordination von Armen und Beinen sehr wichtig. Ich habe diesbezüglich keine Probleme und somit auch ein größeres Vertrauen in meine Gesundung. Krank ist man meiner Meinung nach nur, wenn man sich auch so fühlt. Man kann auf dem Sofa liegen und sich sagen, dass man krank ist oder aber man zeigt sich selbst, dass es einem gar nicht so schlecht geht. Sollte es nicht gegen den Krebs helfen, so verbessert es zumindest das Allgemeinbefinden.

Es gibt auch verschiedene Sportprogramme für Krebspatienten. Hier wird genau geschaut, welcher Sport von wem ausgeführt werden kann. Außerdem können sich auch andere Betroffene begegnen und austauschen. Das wäre also eine Alternative zur Selbsthilfegruppe. Aber auch "normale" Sportvereine eignen sich und auch hier kann man soziale Kontakte knüpfen.

Ein weiterer bedeutender Vorteil ist auch, dass die Nebenwirkungen der Therapie gemindert werden können. Dies wurde mir per Mail auch von der Uni-Klinik Heidelberg bestätigt. Die Bestätigung, dass es hilft war ich aber dann doch selbst. Während der Bestrahlungszeit war ich schon wieder im Training und der Haarausfall war die einzige Nebenwirkung die ich hatte. Ein anderer Mitbetroffener berichtete mir auch, dass er während der Chemozeit Halbmarathon gelaufen sei. Es scheint also was dran zu sein.

 

Ein kleines Video

 

Wer sehen möchte wie mein Sport aussieht kann hier einen meiner Kämpfe sehen. Das war mein vierter Kampf und auch der erste mit Publikum. Der Kampf war so etwa 7 Monate vor der OP. Ich hoffe, dass ich es zeitlich bald wieder schaffe in den Ring zu steigen. Gesundheitlich würde nichts dagegen sprechen.

 

 

Danke!

 

Zum Schluss möchte ich mich noch bei den Teams bedanken, die mich mental und körperlich stark gemacht haben.

Da wäre zum einen der Combat Club Cologne (früher Cologne Freefighters) wo ich ganz am Anfang meine Liebe zum Kampfsport entdeckt habe. Wäre ich damals dort nicht so herzlich aufgenommen worden hättte ich sicher schnell das Handtuch geworfen und wäre bei meinen 107kg FETT geblieben.

Und natürlich das Fighting Gym in Waldbröl, wo ich regelmäßig an meine Grenzen gebracht werde und diese nach und nach erweitere. Und natürlich danke Asmir, dass du meine krummen Techniken immernoch erträgst ;-)

 

 

 

 

Hier noch ein paar Quellenangaben zu den von mir gegebenen Infos:

 

http://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/sport-nach-krebs.php

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/krebs.html

http://www.aerzteblatt.de/archiv/63651/Onkologie-Sport-ist-so-wichtig-wie-ein-Krebsmedikament